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Energieberater Dortmund

Fachlich geprüft von Pascal Kinz, Gebäudeenergieberater (HWK) · Stand 17.09.2026

Dortmund hat einen der ältesten Gebäudebestände der Republik: 75 Prozent der Gebäude wurden vor 1979 errichtet — vor Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 60 Prozent. Das ist der Grund, warum hier die Dämmung fast immer vor der Heizung kommt.

Was in Dortmund anders ist

Dortmund zielt auf Klimaneutralität bis 2035 und damit zehn Jahre früher als der Bundesrahmen. Die Potenzialanalyse setzt stark auf industrielle Abwärme — etwa aus den Gasrußwerken im Hafen — und auf oberflächennahe Geothermie. Für Eigentümer heißt das: Die Frage „Fernwärme oder Wärmepumpe“ ist hier quartiersabhängiger als anderswo.

Die Wärmeplanung Dortmund in Kürze

Kommunale Wärmeplanung Dortmund

PunktStand
BeschlussZwischenergebnisse nach § 13 WPG veröffentlicht
Zieljahr klimaneutrale Wärme2035
Gebietsauskunftinteraktive Karte auf dortmund.de — Adresse eingeben, Versorgungsgebiet ablesen; dazu ein Heizungswegweiser
Rechtliche Wirkungkeine Außenwirkung nach § 23 Absatz 4 Wärmeplanungsgesetz — Orientierung, keine Vorschrift

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Quelle: Stadt Dortmund, Wärmewende für Dortmund — Zwischenbericht der Kommunalen Wärmeplanung (dortmund.de); Wärmeplanungsgesetz (WPG) § 23 · Stand 17.09.2026

Der Gebäudebestand in Dortmund in Zahlen

Diese Zahlen stammen aus dem Wärmeplan der Stadt selbst — sie sind die belastbarste Grundlage, die für Ihr Quartier öffentlich verfügbar ist.

Wärmeversorgung und Gebäudebestand Dortmund

KennzahlWert
Beheizte Gebäude113.911 mit 5.714 GWh Wärmebedarf pro Jahr
Gebäude vor 1979 errichtet75 % (Bundesdurchschnitt 60 %)
Baujahre 1949–197848 % — die dominierende Gruppe
Fossiler Anteil am Endenergiebedarfrund 90 %
davon Erdgas78 % des Endenergiebedarfs
Gasheizungen an allen Heizsystemen70 %
Wärmepumpen3,7 %
Wärmenetz-Übergabestationen3,2 %

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Quelle: Stadt Dortmund, Kommunale Wärmeplanung — Bestands- und Potenzialanalyse (Auswertung greenventory auf Zensusdaten); Bundesvergleich: dena-Gebäudereport 2024 · Stand 17.09.2026

Wann ein Energieberater Pflicht ist, was er kostet und woran Sie einen guten erkennen, steht gebündelt auf unserer Seite Energieberater: Kosten, Pflicht und Qualität. Die Förderung für den Heizungstausch rechnen wir unter Förderung Heizungstausch durch, die gesetzlichen Pflichten stehen unter Heizungsgesetz 2026.

Häufige Fragen

Ist die Wärmeplanung in Dortmund für mich verbindlich?

Nein. Nach § 23 Absatz 4 Wärmeplanungsgesetz hat der Wärmeplan keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Er zeigt, welche Wärmeversorgung in Ihrem Quartier wahrscheinlich ist — entscheiden müssen und dürfen Sie selbst.

Wo sehe ich, in welchem Wärmegebiet mein Haus in Dortmund liegt?

Über die von der Stadt veröffentlichte Karte: interaktive Karte auf dortmund.de — Adresse eingeben, Versorgungsgebiet ablesen; dazu ein Heizungswegweiser. Ob ein Fernwärmeanschluss für Ihr konkretes Gebäude möglich ist, beantwortet verbindlich nur der jeweilige Netzbetreiber.

Bis wann will Dortmund klimaneutral heizen?

Das Zieljahr der Wärmeplanung ist 2035. Dortmund liegt damit zehn Jahre vor dem bundesweiten Zieljahr 2045.

Warum soll ich in Dortmund erst dämmen und dann die Heizung tauschen?

Weil der Gebäudebestand hier besonders alt ist: 75 Prozent der Gebäude wurden vor 1979 errichtet, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung — bundesweit sind es 60 Prozent. In einem ungedämmten Haus wird die Wärmepumpe auf eine zu hohe Heizlast ausgelegt, läuft mit zu hoher Vorlauftemperatur und verbraucht dauerhaft mehr Strom. Die Dämmung ändert die Auslegungsgröße und damit den Gerätepreis.

Welche Dämmmaßnahme lohnt sich bei einem Dortmunder Nachkriegsbau zuerst?

48 Prozent der Dortmunder Gebäude stammen aus den Jahren 1949 bis 1978. Bei diesem Typ ist die oberste Geschossdecke fast immer der günstigste Einstieg: geringe Kosten, oft in Eigenleistung machbar, und sie senkt die Heizlast spürbar. Die Fassade folgt später, die Fenster zuletzt.

Bekomme ich in Dortmund Fernwärme?

Eher selten: Der Anteil der Wärmenetz-Übergabestationen liegt bei 3,2 Prozent der Heizsysteme, während 70 Prozent Gasheizungen sind. Auffällig ist, dass die Wärmenetze 7 Prozent des Endenergiebedarfs decken — das liegt an angeschlossenen Großverbrauchern, nicht an vielen Wohngebäuden. Die interaktive Karte der Stadt zeigt Ihnen die Lage für Ihre Adresse.

Was bedeutet Dortmunds Ziel 2035 für meine Heizung?

Dortmund will zehn Jahre vor dem Bundesziel klimaneutral sein. Eine Heizung, die Sie heute einbauen, läuft typischerweise 20 Jahre — also deutlich über 2035 hinaus. Das ist kein Verbot, aber ein Grund, die Betriebskosten über die gesamte Laufzeit zu rechnen statt nur den Anschaffungspreis.