Dortmund hat einen der ältesten Gebäudebestände der Republik: 75 Prozent der Gebäude wurden vor 1979 errichtet — vor Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 60 Prozent. Das ist der Grund, warum hier die Dämmung fast immer vor der Heizung kommt.
Was die Zahlen aus Dortmund für Sie bedeuten
In Dortmund sind 70 Prozent aller Heizsysteme Gasheizungen und 3,7 Prozent Wärmepumpen. Der fossile Anteil am Endenergiebedarf liegt bei rund 90 Prozent. Das Besondere ist aber das Baualter: 75 Prozent der Gebäude stammen aus der Zeit vor 1979, gegenüber 60 Prozent im Bundesdurchschnitt. Für die Wärmepumpe heißt das, dass die Vorlauftemperatur im Bestand öfter das Problem ist als die Gerätetechnik — und dass eine Dämmmaßnahme vorher die Auslegung erheblich verändert.
Gebäudebestand Dortmund — amtliche Zahlen
| Kennzahl | Anteil |
|---|---|
| Gebäude mit Gasheizung | 79,8 % |
| Gebäude mit Ölheizung | 7,2 % |
| Gebäude mit Fernwärme | 5,5 % |
| Gebäude mit Wärmepumpe, Solar- oder Geothermie | 2,4 % |
| davon mit Zentralheizung | 68,8 % |
| davon mit Etagenheizung | 19,8 % |
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Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022 (Gebäude- und Wohnungszählung, Stichtag 15.05.2022), Tabellen 3000G-1008/-1003/-1011 · Stand 15.05.2022 (Zensus 2022)
Was in Dortmund anders ist
Dortmund zielt auf Klimaneutralität bis 2035 und damit zehn Jahre früher als der Bundesrahmen. Die Potenzialanalyse setzt stark auf industrielle Abwärme — etwa aus den Gasrußwerken im Hafen — und auf oberflächennahe Geothermie. Für Eigentümer heißt das: Die Frage „Fernwärme oder Wärmepumpe“ ist hier quartiersabhängiger als anderswo.
Wärmeplanung Dortmund — was für Ihre Planung zählt
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Beschluss Wärmeplan | Zwischenergebnisse nach § 13 WPG veröffentlicht |
| Zieljahr klimaneutrale Wärme | 2035 |
| Gebietsauskunft | interaktive Karte auf dortmund.de — Adresse eingeben, Versorgungsgebiet ablesen; dazu ein Heizungswegweiser |
| Rechtliche Wirkung | keine Außenwirkung nach § 23 Absatz 4 WPG — Orientierung, keine Vorschrift |
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Quelle: Stadt Dortmund, Wärmewende für Dortmund — Zwischenbericht der Kommunalen Wärmeplanung (dortmund.de); Wärmeplanungsgesetz (WPG) § 23 · Stand 17.09.2026
Gebäudebestand und Wärmeversorgung Dortmund
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Beheizte Gebäude | 113.911 mit 5.714 GWh Wärmebedarf pro Jahr |
| Gebäude vor 1979 errichtet | 75 % (Bundesdurchschnitt 60 %) |
| Baujahre 1949–1978 | 48 % — die dominierende Gruppe |
| Fossiler Anteil am Endenergiebedarf | rund 90 % |
| davon Erdgas | 78 % des Endenergiebedarfs |
| Gasheizungen an allen Heizsystemen | 70 % |
| Wärmepumpen | 3,7 % |
| Wärmenetz-Übergabestationen | 3,2 % |
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Quelle: Stadt Dortmund, Kommunale Wärmeplanung — Bestands- und Potenzialanalyse (Auswertung greenventory auf Zensusdaten); Bundesvergleich: dena-Gebäudereport 2024 · Stand 17.09.2026
Worauf es beim Angebot ankommt
Was in ein belastbares Angebot gehört, welche Berechnung vorliegen muss und welche Reihenfolge der Maßnahmen wirtschaftlich ist, haben wir einmal ausführlich aufgeschrieben — es gilt in Dortmund wie überall: Wärmepumpe — Angebote richtig prüfen.
Häufige Fragen
Soll ich in Dortmund auf Fernwärme warten oder jetzt tauschen?
Das hängt allein daran, ob für Ihr Quartier ein Netz geplant ist (interaktive Karte auf dortmund.de — Adresse eingeben, Versorgungsgebiet ablesen; dazu ein Heizungswegweiser) — und ob Ihre Anlage die Jahre bis dahin durchhält. Zieljahr der Wärmeplanung ist 2035. Verbindlich sagt Ihnen nur der Netzbetreiber, ob und wann Ihre Straße erschlossen wird; der Wärmeplan hat nach § 23 Absatz 4 WPG keine Außenwirkung.
Woran erkenne ich ein belastbares Wärmepumpen-Angebot?
An der raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1. Fehlt sie, ist die Geräteauswahl geraten. Zweiter Prüfpunkt: die gemessene Vorlauftemperatur des Bestands — ohne diesen Wert lässt sich die Jahresarbeitszahl nicht abschätzen.
Muss ich meine Heizung nach 30 Jahren austauschen?
Nur wenn es ein Konstanttemperaturkessel ist. Brennwert- und Niedertemperaturkessel sind von der 30-Jahre-Regel ausgenommen und dürfen weiterlaufen. Die frühere 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen — sie bleibt aber Voraussetzung für die KfW-Förderung.
Wie finde ich in Dortmund einen Betrieb, der wirklich frei ist?
Fragen Sie im ersten Telefonat nach dem frühesten Termin für die Aufnahme vor Ort — nicht nach dem Ausführungstermin. Betriebe, die ausgelastet sind, nennen hier Wochen. Das ist kein Ausschlussgrund, aber es sagt Ihnen, ob Sie parallel weitere Angebote einholen sollten.