Rund 37 Prozent aller CO₂-Emissionen Heidelbergs entstehen bei der Wärmeerzeugung. Die Versorgung läuft etwa zur Hälfte über Fernwärme und zur anderen Hälfte über Erdgas und Heizöl.
Was die Zahlen aus Heidelberg für Sie bedeuten
Heidelberg rechnet in seinem Wärmeplan offen vor, dass 400 GWh Wärmebedarf auch 2040 dezentral gedeckt werden müssen — nach Verdichtung und Netzausbau. Rund die Hälfte der Stadt bekommt also keinen Fernwärmeanschluss. Wer in diesem Teil wohnt, sollte nicht auf ein Netz warten. Zugleich sinkt der Wärmebedarf durch Sanierung bis 2030 um etwa 8 Prozent: Wer erst dämmt, legt die Wärmepumpe kleiner aus.
Gebäudebestand Heidelberg — amtliche Zahlen
| Kennzahl | Anteil |
|---|---|
| Gebäude mit Gasheizung | 57,1 % |
| Gebäude mit Ölheizung | 12,1 % |
| Gebäude mit Fernwärme | 26,1 % |
| Gebäude mit Wärmepumpe, Solar- oder Geothermie | 1,8 % |
| davon mit Zentralheizung | 58,2 % |
| davon mit Etagenheizung | 12,0 % |
Tabelle seitlich scrollbar →
Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022 (Gebäude- und Wohnungszählung, Stichtag 15.05.2022), Tabellen 3000G-1008/-1003/-1011 · Stand 15.05.2022 (Zensus 2022)
Was in Heidelberg anders ist
Heidelberg ist die Stadt mit der deutlichsten Empfehlung im Vergleich. Der Wärmeplan nennt drei Punkte ausdrücklich: keine neuen Gas- oder Ölheizungen einbauen, Gebäude an Fernwärme anschließen oder den Ausbau abwarten, und außerhalb der Fernwärme-Ausbaugebiete früh auf Wärmepumpen umsteigen. Die Fernwärme soll hier bereits 2035 vollständig klimaneutral erzeugt werden — fünf Jahre vor dem Zieljahr der Stadt.
Wärmeplanung Heidelberg — was für Ihre Planung zählt
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Beschluss Wärmeplan | 15. November 2023 durch den Gemeinderat |
| Zieljahr klimaneutrale Wärme | 2040 |
| Gebietsauskunft | Zielszenario des Wärmeplans sowie die Karte der Stadtwerke Heidelberg mit aktuellen Anschlussgebieten und Ausbau-Prüfgebieten |
| Rechtliche Wirkung | keine Außenwirkung nach § 23 Absatz 4 WPG — Orientierung, keine Vorschrift |
Tabelle seitlich scrollbar →
Quelle: Stadt Heidelberg, Klimaneutrale Wärmeversorgung (heidelberg.de/2167309); Wärmeplanungsgesetz (WPG) § 23 · Stand 17.09.2026
Gebäudebestand und Wärmeversorgung Heidelberg
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Fernwärme heute (Ausgangswert 2040 gerechnet) | 434 GWh |
| zusätzlich durch Verdichtung erschließbar | 130 GWh |
| zusätzlich durch Netzausbau | 210 GWh |
| Rest über dezentrale Optionen | 400 GWh — hier führt kein Netz hin |
| Wärmebedarf sinkt durch Sanierung bis 2030 | rund 8 % |
| Wärmebedarf sinkt durch Sanierung bis 2040 | rund 16 % |
| Zuwachs durch Neubau bis 2040 | rund 3 % |
| Entlastung durch mildere Winter bis 2040 | rund 3 % (0,15 % pro Jahr, Trend der letzten 27 Jahre) |
Tabelle seitlich scrollbar →
Quelle: Stadt Heidelberg, Kommunaler Wärmeplan — Abschlussveranstaltung 26.09.2023, Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie · Stand 17.09.2026
Kostenlose Anlaufstellen in Heidelberg
Energieberatungs-Hotline der Stadt Heidelberg: 06221 5818141 (montags bis donnerstags). Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie, Kornmarkt 1.
Worauf es beim Angebot ankommt
Was in ein belastbares Angebot gehört, welche Berechnung vorliegen muss und welche Reihenfolge der Maßnahmen wirtschaftlich ist, haben wir einmal ausführlich aufgeschrieben — es gilt in Heidelberg wie überall: Wärmepumpe — Angebote richtig prüfen.
Häufige Fragen
Soll ich in Heidelberg auf Fernwärme warten oder jetzt tauschen?
Das hängt allein daran, ob für Ihr Quartier ein Netz geplant ist (Zielszenario des Wärmeplans sowie die Karte der Stadtwerke Heidelberg mit aktuellen Anschlussgebieten und Ausbau-Prüfgebieten) — und ob Ihre Anlage die Jahre bis dahin durchhält. Zieljahr der Wärmeplanung ist 2040. Verbindlich sagt Ihnen nur der Netzbetreiber, ob und wann Ihre Straße erschlossen wird; der Wärmeplan hat nach § 23 Absatz 4 WPG keine Außenwirkung.
Woran erkenne ich ein belastbares Wärmepumpen-Angebot?
An der raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1. Fehlt sie, ist die Geräteauswahl geraten. Zweiter Prüfpunkt: die gemessene Vorlauftemperatur des Bestands — ohne diesen Wert lässt sich die Jahresarbeitszahl nicht abschätzen.
Muss ich meine Heizung nach 30 Jahren austauschen?
Nur wenn es ein Konstanttemperaturkessel ist. Brennwert- und Niedertemperaturkessel sind von der 30-Jahre-Regel ausgenommen und dürfen weiterlaufen. Die frühere 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen — sie bleibt aber Voraussetzung für die KfW-Förderung.
Wie finde ich in Heidelberg einen Betrieb, der wirklich frei ist?
Fragen Sie im ersten Telefonat nach dem frühesten Termin für die Aufnahme vor Ort — nicht nach dem Ausführungstermin. Betriebe, die ausgelastet sind, nennen hier Wochen. Das ist kein Ausschlussgrund, aber es sagt Ihnen, ob Sie parallel weitere Angebote einholen sollten.